Elektrik und Leitungen im Altbau erneuern: warum es sich lohnt
Wer Elektrik und Leitungen im Altbau erneuern lässt, investiert in etwas, das man nach der Sanierung nicht sieht – und genau deshalb gerne aufschiebt. Doch alte Installationen sind die häufigste Ursache für spätere Wasserschäden, Kurzschlüsse und teure Nachbesserungen. Und sie lassen sich nach dem Verfliesen und Ausmalen nur mit großem Aufwand tauschen.
Im Rahmen einer Kernsanierung liegen die Wände ohnehin offen. Das ist der richtige Moment, um Elektro, Wasser, Abfluss und Heizung gemeinsam neu zu planen. Unsere Bauleitung koordiniert die einzelnen Fachbetriebe, damit Schlitze, Leerrohre und Anschlüsse von Anfang an zusammenpassen.
Dazu kommt ein praktischer Aspekt: Neue Leitungen erhöhen den Wert der Wohnung und erleichtern spätere Änderungen. Wer heute Leerrohre und Reserven im Verteiler einplant, kann in einigen Jahren ohne Stemmarbeiten eine Wallbox im Keller, ein Klimagerät oder zusätzliche Netzwerkanschlüsse nachrüsten. Diese Weitsicht kostet in der Rohbauphase wenig und spart später viel Aufwand.
Elektroinstallation: von Stoffleitung bis Unterverteiler
In Gründerzeit- und Nachkriegswohnungen finden wir noch immer stoffummantelte Leitungen, Aluminiumleitungen, fehlende Schutzleiter oder Schraubsicherungen. Für heutige Verbraucher wie Induktionsherd, Geschirrspüler oder Klimagerät reicht das nicht.
- Neue Leitungsführung in Kupfer, mit getrennten Stromkreisen für Küche, Bad und Großgeräte
- Neuer Unterverteiler in der Wohnung mit Leitungsschutzschaltern
- FI-Schutzschalter als Personenschutz, wie er heute Standard ist
- Ausreichend Steckdosen, Netzwerk- und TV-Leitungen, auf Wunsch Vorbereitung für Smart Home
- Elektrobefund (E-Befund) nach Fertigstellung durch den ausführenden Elektriker
Der E-Befund dokumentiert den ordnungsgemäßen Zustand – wichtig für Versicherung, Vermietung und einen späteren Verkauf.
Wasserleitungen: Blei und verzinkter Stahl müssen raus
In vielen Wiener Altbauten gibt es noch Wasserleitungen aus Blei oder verzinktem Stahl. Blei kann ins Trinkwasser übergehen, verzinkte Rohre rosten von innen zu und verlieren Druck. Beides ist ein klarer Grund für den Tausch.
Wir ersetzen die Leitungen innerhalb der Wohnung ab dem Anschluss an die Steigleitung durch moderne Systeme, setzen eine eigene Absperrung und auf Wunsch einen Wasserzähler bzw. Wasserfilter. Warmwasser wird je nach Konzept über Boiler, Durchlauferhitzer oder die neue Heizung bereitgestellt.
Abfluss nicht vergessen
Alte Guss- oder Kunststoffabflüsse mit zu geringem Gefälle verursachen Gerüche und Verstopfungen. Wir erneuern die Abflussleitungen bis zum Fallstrang und achten auf korrektes Gefälle und Schallschutz – besonders wichtig, wenn das Bad versetzt wird.
Gas raus, Heizung neu: Optionen für die Wohnung
Viele Altbauwohnungen werden noch mit einer Gaskombitherme beheizt. Wer ohnehin kernsaniert, steht vor der Frage, ob sich ein Umstieg jetzt lohnt. Je nach Haus kommen etwa Fernwärme, eine Wärmepumpe oder eine elektrische Lösung infrage. Was möglich ist, hängt von Anschlüssen im Haus, Platz für Außengeräte und den Vorgaben der Eigentümergemeinschaft ab.
Wird die Gasleitung nicht mehr benötigt, lassen wir sie fachgerecht stilllegen und den Zähler abmelden. Die neue Wärmeverteilung – Heizkörper oder Fußbodenheizung – planen wir gemeinsam mit Estrich und Bodenaufbau. Für den Heizungstausch gibt es immer wieder Förderprogramme; ob und welche gerade gelten, klären Sie am besten vor Auftragsvergabe bei der zuständigen Stelle.
Reihenfolge auf der Baustelle: warum Planung Geld spart
Die größte Kostenfalle bei der Leitungserneuerung ist nicht das Material, sondern eine falsche Reihenfolge. Wird ein Schlitz zweimal gestemmt, eine Wand zweimal verputzt oder ein Estrich nachträglich geöffnet, entstehen Kosten, die mit guter Planung vermeidbar sind.
- Lichtplan und Möblierung zuerst: Wo stehen Bett, Sofa, Schreibtisch und Küchenzeile? Daraus ergeben sich Steckdosen, Schalter und Auslässe.
- Grobinstallation im Rohbau: Elektro, Wasser, Abfluss und Heizungsleitungen werden verlegt, solange Wände und Böden offen sind.
- Prüfung vor dem Verschließen: Druckproben an Wasser- und Heizungsleitungen, Durchgangsmessung an Elektroleitungen, Fotodokumentation der Leitungswege.
- Estrich und Putz: Erst wenn alles geprüft ist, wird verschlossen.
- Feininstallation: Schalter, Steckdosen, Armaturen und Heizkörper kommen ganz am Ende.
Die Fotodokumentation der offenen Wände übergeben wir Ihnen mit den Unterlagen. So wissen Sie auch Jahre später noch, wo Leitungen verlaufen – praktisch beim Bohren für ein Regal oder bei einer späteren Änderung.
Unsere Baumeister-Bauleitung behält dabei den Überblick über alle Fachbetriebe, damit niemand auf den anderen warten muss und die Wände nur ein einziges Mal geöffnet werden.
Steigleitungen und Hausverwaltung: wo Ihre Wohnung endet
Steigleitungen für Wasser, Abfluss, Gas und oft auch der Hauptstrom gehören in einem Mehrparteienhaus zu den allgemeinen Teilen. Über deren Tausch entscheidet die Eigentümergemeinschaft bzw. die Hausverwaltung – nicht der einzelne Wohnungseigentümer.
- Wir prüfen bei der Besichtigung den Zustand der Steigleitungen im Bereich Ihrer Wohnung.
- Ist ein Anschluss oder Tausch nötig, stimmen wir Termine und Absperrungen mit der Hausverwaltung ab.
- Wir dokumentieren den Übergabepunkt, damit klar ist, was zur Wohnung gehört.
So entstehen keine Lücken zwischen neuer Wohnungsinstallation und altem Hausnetz. Sie erhalten ein Fixpreis-Angebot nach der kostenlosen Besichtigung und einen festen Ansprechpartner für alle Gewerke.
Leistungsumfang
- Bestandsaufnahme aller Leitungen
- Neue Elektroinstallation mit Unterverteiler
- FI-Schutz und getrennte Stromkreise
- Elektrobefund nach Fertigstellung
- Tausch von Blei- und Stahlleitungen
- Neue Abflussleitungen bis zum Fallstrang
- Stilllegung der Gasleitung
- Abstimmung mit der Hausverwaltung