Grundriss ändern: die häufigsten Wünsche
Wer im Zuge einer Sanierung den Grundriss ändern möchte, hat meist ein klares Ziel vor Augen. Die drei häufigsten Wünsche, die wir in Wien hören:
- Offene Wohnküche statt abgetrennter Kochnische – Küche und Wohnzimmer werden zu einem Raum verbunden.
- Größeres Bad, oft auf Kosten eines Abstellraums oder eines Teils des Gangs, damit Dusche und Waschtisch Platz haben.
- Zusätzliches Zimmer, etwa durch Teilung eines großen Gründerzeitraums mit einer Trockenbauwand.
Jede dieser Änderungen hat Auswirkungen auf Statik, Installationen, Belichtung und Belüftung. Deshalb gehören sie in die Planung, bevor der erste Stein bewegt wird.
Gerade in Wiener Altbauwohnungen steckt oft erstaunlich viel Potenzial. Lange Gänge, Durchgangszimmer und Dienstbotenkammern stammen aus einer Zeit, in der anders gewohnt wurde. Mit wenigen gezielten Eingriffen lassen sich solche Flächen in nutzbaren Wohnraum verwandeln, ohne dass ein einziger Quadratmeter dazukommt.
Tragend oder nicht tragend – die entscheidende Frage
Ob ein Wanddurchbruch einfach oder aufwendig wird, entscheidet sich an der Frage, ob die Wand Lasten trägt. In Gründerzeithäusern sind Mittelmauern fast immer tragend, auf ihnen liegen die Tramdecken auf. Zwischenwände können tragend, aussteifend oder reine Trennwände sein – und das sieht man ihnen nicht immer an.
Nichttragende Wände
Sie können in der Regel entfernt oder versetzt werden, ohne die Statik zu berühren. Trotzdem prüfen wir Leitungen, die in der Wand verlaufen, und den Bodenaufbau darunter.
Tragende Wände
Hier braucht es einen Statiker, der einen Durchbruch berechnet und die Ausführung festlegt – etwa mit Stahlträger, Auflagern und vorübergehender Abstützung. Ohne statischen Nachweis wird bei uns keine tragende Wand geöffnet.
Bauanzeige oder Einreichung in Wien
In Wien regelt die Bauordnung, welche Änderungen der Baubehörde, der MA 37, gemeldet werden müssen. Eingriffe in tragende Bauteile sind grundsätzlich nicht ohne behördliche Befassung möglich. Je nach Umfang reicht eine Bauanzeige oder es ist eine Einreichung mit Plänen notwendig.
- Bestandsplan und geplanter Grundriss werden erstellt.
- Der Statiker liefert die Berechnung für den Durchbruch.
- Unterlagen werden bei der MA 37 eingebracht, in Wohnungseigentum ist auch die Zustimmung der Miteigentümer zu klären.
- Nach Fertigstellung folgt die Fertigstellungsanzeige mit den erforderlichen Bestätigungen.
Unsere Baumeister-Bauleitung bereitet diese Schritte mit Ihnen vor. Die Hausverwaltung binden wir ein, wenn allgemeine Teile oder Mitbewohner betroffen sind.
Neue Wände mit Trockenbau – schnell und flexibel
Wo eine Wand entfernt wird, entsteht oft an anderer Stelle eine neue. Trockenbau ist dafür ideal: leicht, schnell aufgestellt und gut für Installationen geeignet. Mit doppelter Beplankung und Dämmung erreichen Trockenbauwände einen guten Schallschutz zwischen Schlafzimmer und Wohnbereich.
Auch Vorsatzschalen für Bäder, Installationswände für WC-Vorwandelemente, abgehängte Decken für Licht und Lüftung oder Schiebetüren in der Wand lassen sich so sauber lösen. Bei der Planung achten wir darauf, dass jeder Aufenthaltsraum weiterhin natürliches Licht und ausreichende Belüftung hat.
Wohnküche und größeres Bad: was technisch mitwandert
Eine Küche, die in den Wohnraum wandert, braucht neue Anschlüsse für Wasser, Abfluss und Strom – und eine Lösung für den Dunstabzug. Beim Bad ist das Gefälle zum Fallstrang die kritische Größe: Je weiter das WC vom Strang entfernt liegt, desto mehr Aufbauhöhe braucht der Boden.
Bei einer Kernsanierung lässt sich das gut lösen, weil der Fußbodenaufbau ohnehin neu entsteht. Wir planen Grundriss, Installationen und Bodenaufbau gemeinsam und geben Ihnen nach der kostenlosen Besichtigung ein Fixpreis-Angebot. Ein fester Ansprechpartner begleitet Sie von der ersten Skizze bis zur fertigen Wohnung.
Gute Grundrisse entstehen durch Planung, nicht durch Abriss
Nicht jeder Wanddurchbruch verbessert eine Wohnung. Eine offene Wohnküche kann großzügig wirken – oder dazu führen, dass Kochgerüche überall hängen und es keinen ruhigen Rückzugsort mehr gibt. Deshalb besprechen wir mit Ihnen nicht nur, was technisch möglich ist, sondern auch, was im Alltag funktioniert.
Fragen, die wir gemeinsam klären
- Wie viele Personen leben in der Wohnung, und braucht jemand ein Arbeitszimmer?
- Wird viel gekocht, und wie wichtig ist ein leistungsstarker Dunstabzug?
- Wo soll Stauraum entstehen, wenn ein Abstellraum zugunsten des Bades verschwindet?
- Welche Räume sollen ruhig sein, welche dürfen offen sein?
Altbau-Charakter erhalten
Gerade in Gründerzeitwohnungen lohnt es sich, typische Elemente bewusst einzubeziehen: Flügeltüren, Stuckdecken, Kastenfenster und die großzügigen Raumhöhen. Ein Durchbruch kann so gestaltet werden, dass er wie ein historischer Durchgang wirkt, statt einen Raum einfach zu zerschneiden. Bei Stuckdecken achten wir darauf, dass neue Wände den Stuck nicht durchtrennen.
Auf Basis dieser Überlegungen entsteht ein Grundrissvorschlag, den Sie vor Baubeginn freigeben. Erst dann geht es an Statik, Behördenweg und Umsetzung – mit einem festen Ansprechpartner, der das Projekt von der ersten Skizze bis zur Übergabe begleitet.
Wichtig für Ihre Planung: Ein Grundriss, der einmal umgesetzt ist, lässt sich nur mit großem Aufwand wieder ändern. Nehmen Sie sich daher für diese Phase lieber eine Woche mehr Zeit – sie zahlt sich über viele Jahre aus.
Leistungsumfang
- Bestandsaufnahme und Grundrissplanung
- Prüfung tragender Wände
- Statiker und statischer Nachweis
- Bauanzeige oder Einreichung bei der MA 37
- Wanddurchbruch mit Stahlträger
- Neue Wände in Trockenbau
- Verlegung von Küchen- und Badanschlüssen
- Fertigstellungsanzeige