Entkernung in Wien: was dabei wirklich passiert
Bei einer Entkernung in Wien wird eine Wohnung oder ein Gebäudeteil bis auf die tragende Struktur zurückgebaut. Übrig bleiben Außen- und Mittelmauern, Decken und – sofern vorhanden – tragende Zwischenwände. Alles andere kommt raus: Bodenbeläge bis zum Unterboden, nichttragende Wände, Fliesen, Sanitärobjekte, Leitungen, abgehängte Decken, oft auch alter Putz.
Das Ergebnis ist ein leerer, ehrlicher Rohbau. Erst jetzt sieht man, in welchem Zustand Tramdecke, Mauerwerk und Schüttung wirklich sind. Für die weitere Planung ist das Gold wert: Überraschungen, die sonst mitten im Ausbau auftauchen, werden in dieser Phase sichtbar und können sauber eingepreist werden.
Eine gründliche Entkernung ist deshalb keine reine Abbrucharbeit, sondern die Grundlage für alles, was danach kommt. Je sauberer der Rohbau übergeben wird, desto präziser können Installateur, Elektriker und Estrichleger arbeiten – und desto weniger Nachträge entstehen später im Projekt.
Statik zuerst: was bleiben muss, bleibt
Nicht jede Wand, die dünn aussieht, ist nichttragend – und nicht jede dicke Wand trägt. Gerade im Wiener Altbau wurden Wände über Generationen versetzt, verstärkt oder geschwächt. Bevor bei uns ein Stemmhammer läuft, beurteilt unsere Baumeister-Bauleitung, welche Bauteile Lasten abtragen oder aussteifen.
- Tragende Mauern und Pfeiler werden markiert und geschützt.
- Bei Unsicherheit ziehen wir einen Statiker bei, bevor abgebrochen wird.
- Holzbalken- und Tramdecken werden auf Feuchte und Schädlinge kontrolliert, sobald sie frei liegen.
- Kamine und Schächte werden auf Funktion und Zustand geprüft, bevor sie verschlossen oder weiterverwendet werden.
So bleibt die Entkernung das, was sie sein soll: ein Rückbau, kein Risiko für das ganze Haus.
Gründerzeit, Nachkriegsbau, Plattenbau – jede Bauweise verlangt etwas anderes
Eine Entkernung im Wiener Gründerzeithaus läuft anders ab als in einem Gemeindebau der 1960er-Jahre. Die Bauweise bestimmt, welche Werkzeuge eingesetzt werden, wie viel Material anfällt und wo besondere Vorsicht geboten ist.
Gründerzeit und Altbau vor 1918
Hier liegen meist Tramdecken mit Beschüttung und Sturzboden. Beim Entfernen alter Parkett- oder Schiffböden wird die Beschüttung freigelegt, die oft jahrzehntealten Staub und Schutt enthält. Ob sie getauscht oder ergänzt wird, hängt von Gewicht, Schallschutz und Zustand ab. Die Mauern sind aus Vollziegel, Putzschichten können stellenweise mehrere Zentimeter stark sein.
Nachkriegsbauten
In Häusern der 1950er- und 1960er-Jahre finden sich häufig Massivdecken aus Beton oder Hohlkörpern, dünnere Zwischenwände und Estriche mit unterschiedlichem Aufbau. Hier ist der Rückbau oft schneller, dafür ist bei Bodenbelägen und Klebern die Schadstofffrage relevanter.
Spätere Umbauten
Viele Wohnungen wurden in den 1970er- bis 1990er-Jahren schon einmal modernisiert. Das bedeutet oft mehrere Schichten übereinander: Fliesen auf Fliesen, Teppich auf Parkett, abgehängte Decken über alten Stuckdecken. Gerade bei Stuck lohnt sich ein vorsichtiges Freilegen – manchmal kommt dabei Erhaltenswertes zum Vorschein.
Wir legen die Vorgehensweise nach der Besichtigung fest und beschreiben im Angebot genau, was rückgebaut wird und was bleibt.
Schadstoffe: Verdacht ernst nehmen, Fachfirma einbinden
In Wohnungen, die zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren renoviert wurden, finden sich manchmal problematische Materialien. Typische Verdachtsfälle sind alte Vinyl- oder Floor-Flex-Platten, schwarze Bitumenkleber unter Bodenbelägen, bestimmte Spachtelmassen oder Faserzementplatten.
Wir gehen hier nicht nach Gefühl vor. Besteht ein Asbest-Verdacht, wird vor dem Rückbau eine Erkundung durch eine befugte Fachfirma veranlasst. Bestätigt sich der Verdacht, erfolgt die Sanierung dieser Bereiche durch Spezialisten nach den geltenden Vorschriften – erst danach geht die normale Entkernung weiter. Das kostet etwas Zeit, schützt aber Sie, die Nachbarn und alle, die auf der Baustelle arbeiten.
Trennung, Entsorgung und Containerlogistik in der Stadt
Eine Entkernung erzeugt große Mengen Material. Ziegel und Beton, Holz, Metall, Gips, Kunststoffe und gemischter Bauschutt werden getrennt gesammelt, damit sie ordnungsgemäß verwertet oder deponiert werden können. Die Nachweise dazu bekommen Sie von uns.
Container und Platz im Straßenraum
In Wien steht ein Container selten direkt vor der Tür. Für das Aufstellen auf öffentlichem Grund braucht es eine Genehmigung, häufig mit Halteverbotszone. Bei engen Gassen planen wir mit kleineren Mulden, häufigeren Wechseln oder Abtransport über Big Bags.
Wege durch das Haus
Stiegenhaus und Lift werden vorher abgedeckt und geschützt. Den Transport vom Stockwerk bis zur Straße planen wir so, dass Hausbewohner möglichst wenig gestört werden.
Staub- und Lärmschutz – Rücksicht auf die Nachbarschaft
Ein Mehrparteienhaus bleibt während Ihrer Entkernung bewohnt. Deshalb gehören Rücksicht und Organisation zum Handwerk:
- Ankündigung der lauten Arbeitsphasen über Aushang, in Abstimmung mit der Hausverwaltung.
- Staubschutzwände mit Reißverschlusstüren an der Wohnungstür und Abdeckung der Stiegenhausflächen.
- Stemm- und Schneidarbeiten nur zu den erlaubten Zeiten, mit Absaugung wo möglich.
- Tägliche Reinigung der Allgemeinflächen, damit sich niemand durch Bauschutt kämpfen muss.
Sie bekommen von uns einen festen Ansprechpartner, der auch für Fragen der Hausverwaltung erreichbar ist. Das Fixpreis-Angebot für die Entkernung erstellen wir nach einer kostenlosen Besichtigung – meist innerhalb von 48 Stunden nach Ihrer Anfrage.
Leistungsumfang
- Statische Beurteilung vor dem Rückbau
- Schutz von Stiegenhaus und Lift
- Rückbau von Böden, Wänden und Installationen
- Schadstofferkundung bei Verdacht
- Getrennte Sammlung der Abfälle
- Container und Genehmigung im Straßenraum
- Entsorgungsnachweise
- Besenreiner Rohbau zur Übergabe