Wann die Fassade saniert werden sollte
Fassaden altern sichtbar und unsichtbar. Typische Anzeichen für eine anstehende Fassadensanierung sind:
- Risse im Putz, durch die Feuchtigkeit eindringen kann
- Abplatzungen und hohl klingende Putzflächen
- Algen- und Schimmelbewuchs, besonders an Nordseiten
- Feuchtigkeitsschäden und Salzausblühungen im Sockelbereich
- hohe Heizkosten durch fehlende Dämmung
Je früher Schäden behoben werden, desto geringer ist das Risiko, dass Wasser ins Mauerwerk eindringt und Folgeschäden verursacht – etwa durch Frostsprengungen im Winter.
Bevor wir eine Lösung empfehlen, prüfen wir den Untergrund: Ist der Altputz tragfähig? Woher kommt die Feuchtigkeit am Sockel? Gibt es Setzungsrisse, die auf ein statisches Problem hindeuten? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich die passende Sanierung festlegen – vom einfachen Neuanstrich bis zur kompletten Erneuerung mit Dämmung.
Vollwärmeschutz für Einfamilienhäuser
Bei Häusern aus den 1950er- bis 1990er-Jahren in Wien und Niederösterreich ist der Vollwärmeschutz – fachlich Wärmedämmverbundsystem (WDVS) – eine der wirksamsten Maßnahmen zur Senkung des Heizenergiebedarfs. Dabei wird eine Dämmschicht auf das bestehende Mauerwerk geklebt und gedübelt, mit einer armierten Spachtelung versehen und abschließend verputzt.
Für die Dämmung stehen verschiedene Materialien zur Wahl:
- EPS (expandiertes Polystyrol) – wirtschaftlich und weit verbreitet
- Mineralwolle – nicht brennbar, diffusionsoffen, gute Schalldämmung
- Holzfaser – ökologisch, mit gutem sommerlichem Hitzeschutz
Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die Details: Fensteranschlüsse, Sockel, Dachanschluss, Fensterbänke und Befestigungen von Markisen oder Leuchten.
Die Dämmstärke richtet sich nach den energetischen Zielen und den Anforderungen von Förderprogrammen. Zu beachten ist, dass sich durch die Dämmung die Fensterlaibungen vertiefen – ein guter Zeitpunkt, um bei Bedarf auch die Fenster zu tauschen und sie in die Dämmebene zu versetzen.
Wichtig ist auch die Brandschutzausführung, etwa Brandriegel aus Mineralwolle bei EPS-Fassaden ab bestimmten Gebäudehöhen.
Altbaufassaden in Wien
Bei Gründerzeitfassaden mit Stuck, Gesimsen und Fensterumrahmungen ist eine außenliegende Dämmung meist nicht möglich oder in Schutzzonen nicht zulässig. Hier steht die fachgerechte Instandsetzung im Vordergrund: Abschlagen loser Putzflächen, Ergänzung von Stuckelementen, Erneuerung mit diffusionsoffenen Kalkputzen und ein abgestimmter Anstrich. Die hofseitige Fassade kann dagegen häufig gedämmt werden.
Für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften erstellen wir nachvollziehbare Angebote und stimmen Gerüststellung, Gehsteigbenützung und Information der Bewohner ab.
Im Zuge einer Altbaufassaden-Sanierung lassen sich häufig auch Fenster, Gesimsabdeckungen aus Blech und Dachrinnen erneuern, sodass das Gerüst nur einmal aufgestellt werden muss.
Förderungen und Kosten
Thermische Sanierungen werden in Österreich über Bundes- und Landesprogramme gefördert. Die Bedingungen ändern sich regelmäßig, und Anträge sind oft vor Baubeginn zu stellen – wir weisen Sie rechtzeitig darauf hin.
Als grobe, unverbindliche Orientierung bewegen sich Vollwärmeschutz-Fassaden bei Einfamilienhäusern häufig bei etwa 110 bis 220 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche, abhängig von Dämmstoff, Stärke, Gerüst und Details. Den verbindlichen Preis erhalten Sie als Fixpreis-Angebot nach der Besichtigung.
Gerade bei älteren Häusern lohnt sich ein Blick auf das Gesamtpaket: Wer Fassade, Fenster und Dach in einem abgestimmten Konzept saniert, erreicht meist eine deutlich bessere Energiebilanz als mit Einzelmaßnahmen – und kann die Gerüstkosten nur einmal tragen.
Alles aus einer Hand
Eine Fassadensanierung betrifft oft mehr als nur die Wand: Fenster, Fensterbänke, Dachrinnen, Sockelabdichtung und gegebenenfalls Balkone. Wir koordinieren alle beteiligten Gewerke – vom Gerüstbauer über Spengler bis zum Fensterbauer – und sorgen dafür, dass die Anschlüsse dauerhaft funktionieren. Ihr fester Ansprechpartner begleitet Sie von der Besichtigung bis zur Abnahme.
Während der Arbeiten achten wir auf Sauberkeit rund um das Gebäude, schützen Fenster, Pflanzen und Gehwege und stimmen laute Arbeiten mit Ihnen und den Nachbarn ab. Bei Mehrparteienhäusern informieren wir die Bewohner per Aushang über die einzelnen Bauphasen.
Am Ende steht eine gemeinsame Begehung vor dem Gerüstabbau.
Leistungsumfang
- Begutachtung von Putz und Mauerwerk
- Gerüst und Baustellensicherung
- Vollwärmeschutz mit EPS, Mineralwolle oder Holzfaser
- Sanierung von Altbau- und Stuckfassaden
- Sockelsanierung und Abdichtung
- Neue Fensterbänke und Spenglerarbeiten
- Oberputz und Fassadenanstrich
- Hinweise zu Förderungen